Gössl Herbst/Winter 2026 – Look 12 + Look 23
Leinen, Loden, Leder und mehr

Werkstoffe

Zu den Geschichten

Auf einen Blick

Leinen, Hanf, Schurwolle und Hirschleder kommen bei uns immer wieder vor. Was ein Gwand kann, entscheidet sich lange vor dem Zuschnitt: beim Werkstoff und bei dem, was die Verarbeitung daraus macht.

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Woher

Jeder Werkstoff hat einen Ort

Der Flachs für unser Leinen wächst in Frankreich und braucht dort nichts als Regenwasser. Gewebt wird er bei Seidra im Oberkärntner Gailtal, einer der letzten Leinenwebereien Österreichs, wo auch das Jägerleinen nach besonders strengen Vorgaben entsteht. Der Hanf ist eine heimische Pflanze, deren Faser wir vor Jahrzehnten wiederentdeckt haben. Die Schurwolle kommt vom Schaf, der Tuchloden hat sein Urgestein im Dachsteingebiet, und das Hirschleder stammt vom heimischen Rothirsch.

Gössl Herbst/Winter 2026 – Look 17 + Look 25

Was

Jede Faser kann etwas anderes

Leinen leitet Feuchtigkeit vom Körper weg und kühlt, Hanf bleibt dabei leicht und formstabil, und beide vertragen mehr, als man ihnen ansieht. Schurwolle geht einen anderen Weg: Sie wird gewalkt, und dabei entstehen aus ihr zwei verschiedene Stoffe. Aus gestricktem Tuch wird Walk, weich und anschmiegsam, aus gewebtem der dichtere Tuchloden. Sämisch gegerbtes Hirschleder braucht kein Walkbad und ist nach der Gerbung samtig im Griff.

Gössl Herbst/Winter 2026 – Look 14 + Look 28

Wofür

Wie sie sich aufs Jahr verteilen

Leinen und Hanf tragen den Sommer, als Pfoad, als Bluse, als Kleid und als Hanferne, die an heißen Tagen neben der Ledernen besteht. Sämisch gegerbtes Hirschleder hält das ganze Jahr durch, an der Lederhose ebenso wie am Kragen einer Jacke. Walkstoff und Tuchloden übernehmen, sobald es kühl wird.

Loden-Pelerinenmantel Amalfi mit Samtkragen, Gössl Katalogfoto der 1990er Jahre

Warum

Was mit den Jahren geschieht

In Leinen setzen sich Körpergerüche kaum fest, und die Faser ist reißfest genug für Kochwäsche, wenn die Färbung es erlaubt. Hanf ist nach hundertzwanzig Tagen erntereif und überwuchert das Unkraut, sodass Herbizide nicht nötig werden. Sämisch gegerbtes Hirschleder kommt ohne Chrom aus und wird beim Tragen weicher, bis es der Bewegung folgt.

Aus dem Gwandhaus Journal

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